Vorteile
Mit dem Aufbau einer firmeneigenen Ladeinfrastruktur legt ein Unternehmen den Grundstein für die Elektrifizierung der eigenen Flotte. Gleichzeitig profitieren auch Mitarbeitende sowie Kundinnen und Kunden von Lademöglichkeiten am Unternehmensstandort. Und nicht zuletzt führt eine eigene Ladeinfrastruktur dazu, dass Unternehmen ihren eigens produzierten Photovoltaik-Strom effizient nutzen können.
Schrittweises Vorgehen
Bevor ein Unternehmen den Prozess zum Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur startet, empfiehlt sich eine sorgfältige Analyse der Ausgangslage sowie die klare Definition der Ziele und der Strategie hinter diesem Vorhaben (mehr dazu auf der Seite «Unternehmen»). So gelingt der Aufbau einer Ladeninfrastruktur, die den tatsächlichen Bedürfnissen des Unternehmens entspricht.
Dieser Leitfaden unterstützt Unternehmen anschliessend bei der effektiven Planung und schrittweisen Umsetzung ihrer Ladeinfrastruktur. Er liefert praxisnahe Informationen, beantwortet die wichtigsten Fragen und ist in sieben Phasen strukturiert, die sich am SIA-Leistungsmodell (SIA-Ordnung 112) orientieren.
Bei Unternehmen mit mehreren Standorten können sich Eigentumsverhältnisse, Zugänglichkeit und relevante Zielgruppen pro Standort unterscheiden. In diesem Fall ist es empfehlenswert, den gesamten Prozess für jeden Standort separat durchzuführen.

Planung
In der Planungsphase legt das Unternehmen ein Betreibermodell fest. Anschliessend schätzt es den Ladebedarf und leitet daraus die Anzahl und die nötige Leistung der Ladepunkte für den Unternehmensstandort ab. Nach der Definition der technischen Schnittstellen lassen sich die Kosten für den Aufbau der Ladeinfrastruktur abschätzen und die Baupläne erstellen.
1. Strategie und Rollenaufteilung
Zu Beginn der Planungsphase setzt sich das Unternehmen mit strategischen Fragen zur Finanzierung und zum Betrieb der Ladeinfrastruktur sowie zur Rollenaufteilung während des Prozesses auseinander. Nach Abschluss dieser Phase liegen folgende Ergebnisse vor: • Ein Betreibermodell, das die Zielgruppen, die Finanzierung der Basisinfrastruktur und Ladestation sowie den Betrieb der Ladeinfrastruktur klärt • Eine klare Rollenaufteilung für die weiteren Projektphasen
2.1 Ladekonzept für den Unternehmensstandort
In dieser Phase schätzt das Unternehmen den Ladebedarf und die Dimensionierung der Ladeinfrastruktur pro Standort. Auf dieser Grundlage evaluiert es ein erstes Mal das gewählte Betreibermodell. Nach Abschluss dieser Phase liegen folgende Ergebnisse vor: • Ladebedarf, Dimensionierung und grobe Kostenschätzung pro Standort • Evaluation des Betreibermodells
2.2 Technische Abklärungen
Auf Grundlage der Abschätzungen zum Bedarf der Zielgruppen und zur Dimensionierung der Ladeinfrastruktur kann das Unternehmen die technische Integration der Ladeinfrastruktur in das vorhandene Energiesystem am Standort prüfen. Nach Abschluss dieser Phase liegen folgende Ergebnisse vor: • Angaben zur benötigten Netzanschlussgrösse, Kostenschätzungen für allfällige Erweiterungen • Klarheit über die Integration der Ladeinfrastruktur in die bestehende Unterverteilung (Stromverteiler) sowie in die Energiesysteme (PV-Anlagen, Energiemanagementsysteme, ZEV)
3. Projektierung
In der Phase der Projektierung lässt das Unternehmen die Baupläne erstellen und erarbeitet eine präzisere Kostenschätzung. Zudem legt es die Aufgabenteilung für die Umsetzung fest. Nach Abschluss dieser Phase liegen folgende Ergebnisse vor: • Bau- und Elektropläne je Standort • Detaillierte Kostenschätzung • Festgelegte Aufgabenteilung für die Umsetzung • Festgelegte Aufgabenteilung für das Bewilligungsverfahren
Umsetzung
In der Umsetzungsphase organisiert das Unternehmen die Beschaffung und setzt die geplante Ladeinfrastruktur baulich um. Anschliessend startet die Betriebsphase.
4. Beschaffung
Während dieser Phase beschafft das Unternehmen die definierten Leistungen und schliesst die entsprechenden Verträge mit Fachfirmen ab. Nach Abschluss dieser Phase liegen folgende Ergebnisse vor: • Zu beschaffende Leistungen und deren Anforderungen • Verträge mit externen Fachfirmen
5. Realisierung
Auf Grundlage der Baupläne plant das Unternehmen die Ausführung. Für die Umsetzung beauftragt es üblicherweise externe Fachfirmen. Bei der Realisierung der ausgeschriebenen Ladestandorte sind zudem rechtliche und administrative Punkte zu beachten. Nach Abschluss dieser Phase liegen folgende Ergebnisse vor: • Ausführungsplanung je Liegenschaft, respektive Standort • Realisierte Ladeinfrastruktur gemäss den Pflichtenheften • Geprüfte Checkliste im Rahmen der Anlagenübergabe • Vollständige Dokumentation der Ladeinfrastruktur
6. Betrieb
Ein zuverlässiger und effizienter Betrieb der Ladeinfrastruktur erfordert regelmässige Wartungs- und Supportleistungen. Darüber hinaus überwacht das Unternehmen den Betrieb kontinuierlich, um frühzeitig Optimierungspotenziale zu identifizieren. Nach Abschluss dieser Phase liegen folgende Ergebnisse vor: • Realisierte Ladestandorte, die gemäss Betreibermodell bewirtschaftet werden • Tarif- und Abrechnungssysteme für Zielgruppen (inkl. allfälliger Einkünfte) • Monitoringkonzept zur frühzeitigen Erkennung von Ausbau- und Optimierungsbedarf
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Herausgegeben von Bundesamt für Energie (BFE), EnergieSchweiz
Veröffentlicht Januar 2026

